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Konzept

Gartenkultur an der Via Regia

Ziel ist es, inmitten der Thüringer Kulturlandschaft einen Ort zu schaffen, der das Wort Gartenkultur neu definiert. In einer Zeit, in der das Gartenverständnis der meisten Menschen geprägt ist von der Werbung der Gartenmärkte und Pflanzenversandhäuser, soll das Gefühl für eine schöne, harmonische und kulturvolle Umgebung wiederbelebt werden. Gartenkultur meint dabei aber nicht nur den Garten, sondern vor allem, wie man dahin kommt – auf traditionelle Art und Weise. Nicht, indem man im Gartenmarkt kauft, was schön aussieht und dann pflanzt. Nicht mit einer Massenproduktion von Pflanzen aus fernen Quellen, die ohnehin nicht zu unseren Standortbedingungen und unserer Landschaft passen. Regional typische Methoden und Gewächse stehen im Vordergrund. Pflanzen, die hier typisch und passend sind, werden verwendet. Ergänzt werden sie auf ungewöhnliche Weise mit Fremdlingen, wie sie schon immer über die via regia hierher gekommen sind.

Es soll ein Garten entstehen, der Mittelpunkt ist für alles, was auf diesem Hof entstehen wird. Ein Ort für Begegnungen, für generationsübergreifendes Lernen. Das heißt, die Erfahrungen und Kenntnisse der älteren Menschen sollen weitergegeben werden an die, die die Bedeutung dieses Wissens erkannt haben. Das heißt aber auch, das Verständnis für die Wichtigkeit dessen soll bei denen geweckt werden, die abgestumpft oder noch völlig unberührt sind. 

Der Hof

Nermsdorf liegt direkt an der historischen Route der Via Regia (heute noch läuft der Jakobsweg auf der alten Route entlang). Sie verlief vom Rhein über Frankfurt am Main, Hanau (Kinzigtalstraße), Gelnhausen, Steinau an der Straße, Neuhof, Fulda, Hünfeld, Eisenach, Erfurt, Eckartsberga, Bad Kösen, Naumburg (Saale), Weißenfels, Leipzig, Grimma, Eilenburg, Großenhain, Königsbrück, Kamenz, Bautzen, Görlitz und Breslau nach Schlesien.

  • Zur Wiederbelebung dieser Straße, zur Beschäftigung mit der Geschichte, zum Einbinden des Hofes in die Lebenswirklichkeit des Ortes, wird ein Verein gegründet, der u.a. die Erinnerungen der Alteingesessenen erforschen will, eine Chronik soll entstehen, die Via Regia stärker ins Bewusstsein der Menschen vor Ort gerückt werden (beispielsweise hat Napoleon, der diese Straße benutzte, in Nermsdorf übernachtet) und die Bildungsangebote des Gartens sollen umgesetzt werden.
  • zur Geschichte, zur Gartenkultur, soll es zukünftig regelmäßig wechselnde und dauerhafte Ausstellungen geben
  • Lesungen, Konzerte, Theater, bildende Kunst etc. sollen die „klassischen“ Kulturformen aufs Land bringen und eine schöne Liaison mit der Gartenkultur eingehen. Der Ort soll Raum bieten für Heilung, Besinnung und Selbstfindung. Unterstützt vielleicht durch die Pilger, die regelmäßig auf ihrem Weg hier entlang laufen, und für die einfache Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden sollen. Der Hof und der Garten sind offen für alle, die für ihn offen sind. Die Integrierung von Behinderten ist uns sehr wichtig. Ermöglicht werden sollen auch schöpferische Arbeitsaufenthalte für Künstler gegen einen geringen Unkostenbeitrag.
  • Die gesamte Hofanlage soll im Laufe der Zeit behutsam saniert werden. Dazu werden Informationen über den früheren Zustand des Ensembles gesammelt (s.o.), typische Materialien eingesetzt, etc.
  • Es wird einen Hofladen geben, wo die Produkte des Gartens, der Kochkurse, der kreativen Werkstätten und schöne Dinge für Hof und Garten angeboten werden. (Backstein-Scheune) Hier können auch die Leute aus der Umgebung, die schöne Dinge oder auch gesunde ‚Lebens’-Mittel im Sinne dieses Wortes - also lebendige, natürliche Nahrungsmittel erzeugen, ihre Waren verkaufen. Beispielsweise könnten alle, die mögen, dafür eine Art „Erzeugergemeinschaft“ bilden und gemeinsam für Konzept und Umsetzung arbeiten.
  • Im Gartenhaus entsteht ein einzigartiger Raum, der seiner Position in der Mitte des Hofes gerecht wird.  Ein Zentrum der Kommunikation, ein Ort der Kreativität. Ein Raum, in dem neue Gärten geplant werden, wobei man dem Landschaftsarchitekten über die Schulter schauen kann. Ein Platz für Vorträge, Seminare und Filme über Landschaftsarchitektur und Gartengestaltung. 

 

Die alte Via Regia, die direkt am Hof vorbei läuft, jetzt aber überwuchert ist, soll freigelegt werden. Dabei soll das ganze Dorf einbezogen werden. Am Abend, wenn die schwere Arbeit getan ist, wollen wir am Feuer sitzen und reden, den Leuten erzählen, was diese Straße ist und was sie für Nermsdorf sein könnte. Der Hof soll sich zu keinem Zeitpunkt vom Dorf separieren. Im Gegenteil, er soll das Leben in der Gemeinde bereichern und selbst durch die Menschen dort weitergebracht werden.